Das ESZB


Einige Informationen zum Europäischen System der Zentralbanken (ESZB).



Das ESZB besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken (NZBen) aller 27 EU-Mitgliedstaaten. EU-Mitglieder, die den Euro noch nicht eingeführt haben, und EU-Mitglieder, die nicht an der 3. Stufe der WWU teilnehmen (Großbritannien und Dänemark werden den Euro nicht einführen), sind jedoch Mitglieder des ESZB mit einem besonderen Status: es ist ihnen gestattet, ihre jeweilige nationale Geldpolitik durchzuführen, sie sind aber nicht am Entscheidungsprozess hinsichtlich der einheitlichen Geldpolitik für das Euro-Währungsgesbiet und der Umsetzung dieser Entscheidung beteiligt. Der Begriff "Eurosystem" bezeichnet die EZB und die NZBen der Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben.

Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist die Gewährleistung der Preisstabilität. Soweit es ohne Beeinträchtigung dieses Zieles möglich ist, unterstützt das Eurosystem die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft und handelt im Einklang mit den Grundsätzen einer offenen Marktwirtschaft.

Die grundlegenden Aufgaben des Eurosystems sind:

die Geldpolitik des Euro-Währungsgebietes festzulegen und auszuführen, 

Devisengeschäfte zur Steuerung des Euro-Wechselkurses durchzuführen, 

die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und zu verwalten, 

Banknoten im Euro-Währungsgebiet auszugeben, 

das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern. 

Darüberhinaus trägt das Eurosystem zur reibungslosen Durchführung der von den zuständigen Behörden auf dem Gebiet der Bankenaufsicht und der Stabilität des Finanzsystems ergriffenen Maßnahmen bei.

 Das Eurosystem ist unabhängig. Entscheidungen werden vom Direktorium der EZB und von den Gouverneuren der NZBs gemeinsam im EZB-Rat getroffen. Im erweiterten EZB-Rat sind zusätzlich auch jene Mitgliedstaaten vertreten, die den Euro noch nicht eingeführt haben. Die Oesterreichische Nationalbank ist jeweils im EZB-Rat und im Erweiterten Rat vertreten. Obwohl die Entscheidungen zentral getroffen werden, erfolgt die Umsetzung dezentral.

Die stabilitätsorientierte geldpolitische Strategie des Eurosystems beinhaltet drei Hauptelemente: eine quantitative Festlegung der Preisstabilität, eine herausragende Rolle der Geldmenge, die in der Bekanntgabe eines quantitativen Referenzwertes für das Geldmengenwachstums zum Ausdruck kommt sowie eine breit fundierte Beurteilung der Aussichten für die künftige Preisentwicklung und der Risiken für die Preisstabilität im gesamten Euro-Währungsgebiet.

Der geldpolitische Handlungsrahmen (in der Satzung festgelegt) besteht aus einer Reihe von Instrumenten: Offenmarktgeschäfte, Ständige Fazilitäten und die Mindestreserve. Dieser Handlungsrahmen ist so festgelegt, dass die Teilnahme eines großen Kreises von Geschäftspartnern gewährleistet ist.

Weitere Informationen sind auf der Website der EZB einzusehen.

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