Seit 1995 werden in Österreich flächendeckend Bankkarten mit Chip eingesetzt, wodurch neben der Einführung neuer Funktionen– wie z. B. der elektronischen Geldbörse – vor allem das Sicherheitsniveau im Inland auf dem höchstmöglichen Stand gehalten werden kann. Der Chip ist Träger aller relevanten Informationen (wie z. B. Betrag, Code, Limit, Gültigkeit, Sperren). Seine Erkennung erfolgt durch spezielle Lesegeräte. Wie Österreich haben auch viele andere Länder ähnliche Chipkarten eingeführt.
Da die Chipkartentechnologie jedoch auf Basis von unterschiedlichen nationalen Standards eingeführt wurde, mussten grenzüberschreitende Zahlungen über die weniger sichere Magnetstreifentechnologie abgewickelt werden. Dadurch kam es bei grenzüberschreitenden Zahlungen zu hohen Kartenbetrugsfällen. Um Abhilfe zu schaffen beschlossen die großen Kartenorganisationen Visa International und MasterCard International eine Vereinheitlichung der technischen Standards für Chipkarten und Zahlungsabwicklung, den „EMV-Standard". Mittlerweile kümmert sich um die Weiterentwicklung und Standardisierung ein eigenes Unternehmen, die EMVCo, die zu je einem Drittel JCB Co. Ltd., MasterCard International und Visa International gehört.
Ziel der SEPA Initiative im Bezug auf Karten ist es ein Umfeld zu schaffen in dem es weder technische, rechtliche noch wirtschaftliche Barrieren gibt welche Kartenorganisationen, Karteninhaber, Issuer(kartenausgebende Bank), Acquirer (Händlerakquisitionsbank[1] ) oder Händler davon abhalten grenzüberschreitende Kartendienstleistungen zu nutzen oder anzubieten.
Die rechtliche Grundlage dafür soll die EU-Richtlinie für Zahlungsdienstleistungen darstellen. Allgemeine Grundsätze und Regelungen für Kartenzahlungen werden im SEPA Cards Framework (SCF) des EPC festgelegt [2].
Für die Schaffung von technischer Interoperabilität ist in mehren Bereichen Standardisierung notwendig. Seit Herbst 2006 überwacht und koordiniert die EPC Cards Group gezielt die Standardisierungsbemühungen einzelner (unabhängig gegründeten) Initiativen. Beispielsweise wird die Kommunikation zwischen Karteninhaber und Terminal Interface weiterentwickelt und normiert, sodass dem Karteninhaber bei der Zahlung eine mehrsprachige, anwenderfreundliche Benutzeroberfläche geboten wird.
Weiters ist eine stärkere Harmonisierung der Umsetzung des EMV Standards im Bereich der Kommunikation von Chipkarte und Terminal geplant. Ebenso vorbereitet werden die Vereinheitlichung der Protokolle und Mindestanforderungen für die Schnittstelle zwischen Terminal und Acquirer Interface. Schließlich sollen auch Standards für die Autorisierung und das Clearing von Zahlungen zwischen Acquirer und Issuer sowie einheitliche Anforderungen für Netzwerke definiert werden. Besonderes Augenmerk liegt in allen Bereichen auf den Mindestsicherheitsanforderungen sowie darauf, dass sofern möglich und sinnvoll auf bestehenden Standards aufgebaut werden kann. Ferner ist geplant, eine neutrale Zertifizierungsstelle für Terminals einzurichten.