Auch bei neu vereinbarten Einlagenzinssätzen an private Haushalte gab es im zweiten Quartal deutliche Rückgänge. Abhängig von der Laufzeit betrugen sie 0,38 bis 0,57 Prozentpunkte. Die Leitzinssenkungen seit Oktober 2008 wurden bei kurzfristigen Einlagen (bis 1 Jahr) knapp mehr als vollständig weitergegeben (-3,34 Prozentpunkte), bei längerfristig gebundenen Einlagen hingegen bislang in weitaus geringerem Ausmaß (1-2 Jahre -1,96 Prozentpunkte, über 2 Jahre
-1,52 Prozentpunkte).
Im Neugeschäft profitierten sowohl nichtfinanzielle Unternehmen als auch private Haushalte von den Zinssenkungsschritten der EZB. Bei Unternehmens-krediten reduzierten sich im zweiten Quartal die Zinssätze bei Volumen von bis zu 1 Million Euro im Schnitt um 0,58 Prozentpunkte auf 2,79%, während bei Großkrediten (über 1 Million Euro) die Reduktionen mit durchschnittlich 0,35 Prozentpunkten (auf 2,42%) doch deutlich geringer blieben. Insgesamt wurden bei den Unternehmenskrediten, die vorwiegend mit nur kurzer Laufzeit (bis 6 Monate) vergeben wurden, im Durchschnitt betrachtet im Neugeschäft die Leitzinssenkungen zwischen Oktober 2008 und Juni 2009 (um insgesamt 3,25 Prozentpunkte) praktisch vollständig weitergegeben.
Ebenfalls sehr deutliche Reduktionen gab es im zweiten Quartal 2009 bei Konsumkrediten (-0,58 Prozentpunkte auf 4,95%) und Wohnbaukrediten
(-0,43 Prozentpunkte auf 3,82%). In beiden Kategorien wurden aber, auf die gesamten bisher erfolgten Leitzinssenkungen bezogen, diese nur teilweise weitergegeben: Zinssätze für Konsumkredite sanken zwischen Oktober 2008 und Juni 2009 um 2,11 Prozentpunkte, jene für Wohnbau um 1,80 Prozentpunkte, wobei der geringere Rückgang im Wohnbaubereich zu einem großen Teil auf die verzögerte Zinsweitergabe im Bausparbereich zurückzuführen war.
Dennoch waren in allen beobachteten Kreditkategorien im Neugeschäft die Rückgänge in Österreich sowohl im Quartal als auch seit Beginn der Leitzinssenkungen stärker als im Durchschnitt des Euroraums. Auch lagen die Zinssätze in allen Kreditkategorien in Österreich im Juni 2009 – teils deutlich – unter den Vergleichwerten des Euroraums.
Hinsichtlich des aushaftenden Gesamtbestand ist festzustellen, dass aufgrund des hohen Anteils variabel verzinster Kredite in Österreich in der Phase sinkender Leitzinsen die Zinssatzreduktionen vielfach stärker feststellbar sind als im sonstigen Euroraum. In den Laufzeitkategorien mit den höchsten Kreditvolumina (über 5 Jahre Laufzeit) sanken die Zinssätze in Österreich im Juni 2009 um 0,50 bis 0,79 Prozentpunkte und damit deutlich stärker als im Durchschnitt des Euroraums (-0,28 bis 0,48 Prozentpunkte). Seit Beginn der Leitzinssenkungen im vergangenen Oktober betrug der Rückgang in Österreich sogar 1,31 bis 2,15 Prozentpunkte, während im Euroraum im selben Zeitraum dieser hingegen nur 0,69 bis 1,58 Prozentpunkte ausmachte.
Auch bei neu vereinbarten Einlagenzinssätzen an private Haushalte gab es im zweiten Quartal 2009 deutliche Rückgänge zwischen 0,38 und 0,57 Prozentpunkten. Bei einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr sank der Zinssatz gegenüber Oktober 2008 um 3,34 Prozentpunkte und damit stärker als der EZB-Leitzinssatz in diesem Zeitraum. Mit 1,44% wurde in dieser Kategorie auch der niedrigste Zinssatz seit Erhebung der EZB-Zinssatzstatistik (im Jänner 2003) verzeichnet. Bei längerfristig (1-2 Jahren bzw. über 2 Jahren) gebundenen Einlagen fanden sich die Leitzinssenkungen seit Oktober 2008 in vergleichsweise geringem Ausmaß in den Konditionen der privaten Haushalten wieder, die Rückgänge betrugen in diesem Zeitraum 1,96 bzw. 1,52 Prozentpunkte. Während bei einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr und von 1-2 Jahren die Einlagenzinssätze in Österreich mit 1,44% bzw. 2,18% doch relativ deutlich unter den Vergleichswerten des Euroraums (1,86% bzw. 2,39%) lagen, war der Zinssatz für Einlagen mit Bindungsfrist von über 2 Jahren in Österreich mit 2,77% höher als der Vergleichswert des Euroraums.