Presseaussendung


Ergebnisse der Befragung 2000 und Entwicklung ausgewählter Indikatoren

Direktinvestitionen Österreichs

Wien, 13. 11. 2002


Der vorliegende Bericht gibt einen kurzen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung über den Stand der Direktinvestitionen zum Jahreswechsel 2000/01. Gleichzeitig dient er als Fortschreibung für einige in Berichte und Studien, Heft 4/1995 vorgestellte Indikatoren. Detaillierte Strukturergebnisse nach Regionen und Branchen sind der vollständigen Publikation der Befragungsergebnisse zu entnehmen, die als Beilage zum Statistischen Monatsheft 6/2002 erschienen ist. Unter Statistik und Melderservice | Statistische Publikationen | Außenwirtschaft | Direktinvestitionen ist diese Publikation im Internet verfügbar.

Ergebnis 2000 und Ausblick 2001
Weltweit hatte eine Welle von Fusionen, Übernahmen und grenzüberschreitenden Firmenverflechtungen im Jahr 2000 einen Höhepunkt erreicht. Diese Tatsache spiegelt sich auch in der kürzlich abgeschlossenen Befragung der OeNB für den Bestand an Direktinvestitionen zum Jahreswechsel 2000/01 wider. Sowohl die Zunahme der passiven Direktinvestitionen (um 9,3 Mrd EUR bzw. 40%) als auch die Zunahme der österreichischen Investitionen im Ausland (7,6 Mrd EUR und ebenfalls 40%) markieren historische Höchstwerte. 

Nach den Ergebnissen der jüngsten Direktinvestitionsbefragung der OeNB erreichte der Gesamtstand der ausländischen Direktinvestitionen in Österreich (passivseitig) 32,7 Mrd EUR. Der Gesamtstand der österreichischen Direktinvestitionen im Ausland (aktivseitig) belief sich mit Ende des Jahres 2000 auf 26,7 Mrd EUR. Das Niveau der aktiven Direktinvestitionen verharrte damit unverändert bei rund vier Fünftel der ausländischen Direktinvestitionen in Österreich, während es zehn Jahre zuvor noch bei weniger als einem Drittel gelegen war.

Bei den passiven Direktinvestitionen stieg sowohl die Zahl der Investoren (um 57 auf 3.049) als auch die Zahl der direkt abhängigen Unternehmen (um 46 auf 2.588) leicht an. Die Zahl der Österreicher, die für ausländische Eigentümer arbeiten, hat um 10% auf 251.200 zugenommen.

Auch die Zahl der österreichischen Investoren ist von 1999 auf 2000 leicht von 902 auf 917 gestiegen . Diese Investoren waren zum Stichtag 31. Dezember 2000 an 2.227 (+132) ausländischen Unternehmen beteiligt und beschäftigten insgesamt 248.600 Personen (+25%). Damit sind in den Tochterunternehmen österreichischer Investoren im Ausland annähernd gleich viele Menschen beschäftigt wie in Österreich bei ausländisch beeinflussten Unternehmen.

Mit der einsetzenden Talfahrt der Börsen sind die Direktinvestitionsumsätze im Jahr 2001 weltweit um bis zu 50% zurückgegangen. Auch in Österreich war laut Zahlungsbilanzstatistik die Ausweitung der grenzüberschreitenden Beteiligungen deutlich schwächer. Angesichts von aktiven Direktinvestitionen in Höhe von 3,5 Mrd EUR dürfte der Bestand bis zum Jahresbeginn 2002 daher auf der Aktivseite auf knapp 30 Mrd EUR, der passive Direktinvestitionsbestand um 6,5 auf 39 Mrd EUR angewachsen sein. 

Regionale Struktur 

Das entscheidende Ereignis des Jahres 2000 aus Sicht der Direktinvestitionsstatistik war die Fusion der Bank Austria AG mit der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG (HypoVereinsbank) gewesen. Den quantitativ stärksten Effekt hatte dieses Ereignis zwar auf der Passivseite, doch war auch bei den aktiven Direktinvestitionen eine starke Ausweitung gegenüber Deutschland zu verzeichnen. Hier haben sich die Bestände beinahe verdoppelt. Insgesamt entfiel ein Drittel des Zuwachses von 7,6 Mrd EUR auf die EU, ein Drittel auf Osteuropa und ein Drittel auf alle übrigen Regionen. Innerhalb der Länder Zentral- und Osteuropas waren es die Tschechische und die Slowakische Republik, in denen die Direktinvestitionsbestände am stärksten zugenommen haben. Außer in den traditionellen Zielländern Polen und Ungarn wurden auch in Kroatien und Slowenien, in Rumänien und Russland die Investitionen aufgestockt. Die stärksten Zuwächse außerhalb Europas ergab die Erhebung der OeNB in den USA und in den karibischen Offshore-Finanzzentren. Zu Jahresende 2000 entfielen über 42% der österreichischen Direktinvestitionsbestände im Ausland auf die EU, rund 30% auf Zentral- und Osteuropa und 9% auf das übrige Europa, insbesondere die Schweiz. Außerhalb Europas befinden sich nur 19% des investierten Kapitals, davon allein 8% in den USA und 4% in den karibischen Offshore-Finanzzentren. Auf alle übrigen außereuropäischen Ziele, darunter sämtliche Schwellenländer Asiens und Lateinamerikas, aber auch Kanada und Australien kommen nur knapp 7% des österreichischen Direktinvestitionskapitals. 

Betrachtet man die Zahl der Beteiligungen bzw. die Beschäftigtenzahlen, so stellt sich die Situation allerdings anders dar: Am stärksten gewachsen ist die Zahl der Beteiligungen in Zentral- und Osteuropa ( um 71 bei einer Gesamtzunahme um 130 Beteiligungen). Ähnlich ist das Bild beim Beschäftigungszuwachs: Er findet ganz überwiegend in Zentral- und Osteuropa statt: Mehr als 34.000 von insgesamt 49.500 zusätzlichen Beschäftigten entfallen auf diese Region. 

Die erwähnte Bankenfusion erklärt auch die Tatsache, das zwei Drittel des Zuwachses an ausländischem Direktinvestitionskapital in Österreich im Jahr 2000 auf Deutschland entfielen. Daneben waren es weitere EU-Mitgliedsländer, die ihre Direktinvestitionen in Österreich ausgebaut hatten. Im Jahr 2000 waren es vor allem Luxemburg, Spanien, das Vereinigte Königreich und die Niederlande. Als außereuropäische Investoren sind vor allem die USA und Japan in Erscheinung getreten. Damit setzte sich auch im Jahr 2000 der Trend einer wachsenden Bedeutung von Geldgebern aus der EU fort. Ihr Kapitalanteil nähert sich der 80-Prozent-Marke. Auf Deutschland, das wichtigste Herkunftsland, entfallen allein mehr als 45% der ausländischen Direktinvestitionen. Neben den EU-Staaten fallen nur die Schweiz mit 10%, die USA mit 6% und Japan mit 3% ins Gewicht.
Branchenstruktur 
Die Neuinvestitionen Österreichs im Ausland konzentrierten sich im Jahr 2000 zu 80% auf den Dienstleistungssektor (Tabelle 3). Damit setzte sich die Tendenz der wachsenden Bedeutung dieses Sektors fort. Auf ihn entfallen bereits 73% des Direktinvestitionskapitals im Ausland, während nur 25% im Produktionsbereich und 2% im Sektor Bergbau und Energie liegen. Die höchsten Zunahmen gab es bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen, darunter vor allem den Holdinggesellschaften (+3,8 Mrd EUR) und im Finanzsektor (+1,4 Mrd EUR). Innerhalb der Sachgüterproduktion sind vor allem die Chemieindustrie (+0,4 Mrd EUR) und die Metallindustrie (+0,6 Mrd EUR) erwähnenswert. 

Auch auf der Passivseite dominierte der Dienstleistungsbereich mit 80% der Kapitalaufstockung. Die Hälfte davon war dem Kredit- und Versicherungswesen zuzurechnen, was angesichts der oben erwähnten Bankenfusion nicht überrascht. Stark ausgeweitet wurden die Investitionen auch bei den “unternehmensbezogenen Dienstleistungen” (einschließlich Holdinggesellschaften) mit +2,4 Mrd EUR und im Handel (+1 Mrd EUR). Innerhalb der Sachgüterproduktion wurden vor allem die Auslandsinvestitionen in der Elektroindustrie erweitert. Insgesamt hat sich damit die Struktur wieder zu Gunsten der Dienstleistungen verschoben. Ihr Anteil stieg im Vergleich vom Jahr 1999 zum Jahr 2000 von 68 auf 71%, wobei der Anteilsgewinn des finanziellen Sektors mit 8 Prozentpunkten (von 10 auf 18%) am deutlichsten war.

Ertragslage und Rentabilität
Die Erträge österreichischer Beteiligungsunternehmen im Ausland sind im Jahr 2000 weiter gestiegen. Die Hälfte des Jahresergebnisses von 1,3 Mrd EUR wurde in Zentral- und Osteuropa erwirtschaftet. Auch in den übrigen Zielregionen mit Ausnahme von Nordamerika war das Jahresergebnis 2000 positiv. Zusätzlich konnten im Vorjahr die Gewinnvorträge auf 480 Mio EUR aufgestockt werden.

Ein Rekordniveau erreichten auch die Erträge der unter ausländischem Einfluss stehenden österreichischen Direktinvestitionsunternehmen. Das Jahresergebnis konnte um 500 Mio EUR auf über 3 Mrd EUR gesteigert werden. Damit behaupteten die passiven Direktinvestitionen einen Rentabilitätsvorsprung von 10,8% gegenüber nur 6,0% Eigenkapitalrendite bei den österreichischen Auslandsbeteiligungen.

Eine genauere Beurteilung der Renditeentwicklung erlaubt die Analyse auf Unternehmensebene. So zeigt sich, dass nicht nur einige wenige gewichtige Einzelfälle das Gesamtergebnis bestimmen, sondern dass die positive Entwicklung für die Masse der Unternehmen gilt. Der Median der Eigenkapitalrentabilität, der sich seit 1993 fast kontinuierlich verbessert hat, erreichte im Jahr 2000 mit 5,0% den höchsten Wert seit 1989, wobei der bisherige Bestwert aus dem Jahr 1999 von 4,9% nochmals leicht übertroffen wurde. Auch bei den unter Auslandseinfluss stehenden österreichischen Direktinvestitionsunternehmen hat sich der höhere Jahresgewinn in einem Anstieg des Medians der Eigenkapitalrentabilität niedergeschlagen. Er stieg von 6,1 auf 6,8% und erreichte damit ebenfalls Rekordniveau. 

Außerdem liefert die Analyse auf der Mikroebene einen Beitrag zur Aufklärung des Renditeunterschieds zwischen aktiven und passiven Direktinvestitionen. Die Ertragsstärke einer Auslandsbeteiligung ist nämlich stark von deren Alter abhängig: Aktive Beteiligungen, die bereits fünf oder mehr Jahre bestehen, weisen mit 8,2% eine signifikant höhere Eigenkapitalrentabilität auf als jüngere Betriebe, bei denen der Median nur 0,5 betrug. Das Gleiche gilt für die passiven Direktinvestitionen: Auch hier liegt die Ertragskraft der älteren Betriebe mit 8,4 % deutlich über jener der jüngeren. Deren mittlere Eigenkapitalrentabilität erreichte nur einen Wert von 0,0, das heißt, dass etwa die Hälfte der Unternehmen mit Gewinn, die andere mit Verlust abschloss. Die scheinbar überlegene Ertragskraft ausländischer Beteiligungen in Österreich gegenüber österreichischen Beteiligungen im Ausland rührt daher im Wesentlichen von der unterschiedlichen "Altersstruktur" her. Drei Viertel der passiven, aber nur 60% der aktiven Direktinvestitionen, sind älter als vier Jahre. Wenn also junge Beteiligungen typischerweise von Anlaufverlusten gekennzeichnet sind, dann ist in den nächsten Jahren allein durch den "Alterungsprozess" eine weiterhin günstige Ertragsentwicklung zu erwarten. 

Die mittlere Eigenkapitalquote ist im Jahr 2000 bei aktiven wie passiven Direktinvestitionen leicht angestiegen. Der Wert von 30,9% für aktive Direktinvestitionen entspricht dem langjährigen Durchschnitt, die 25,2% auf der Passivseite bedeuten hingegen den höchsten Wert seit zehn Jahren.

Die Entwicklung der Rentabilität wird im produzierenden Sektor, wie die Kennzahlen zeigen, von jener der Arbeitsproduktivität begleitet. Vor  der Ostöffnung war der Umsatz pro Beschäftigtem bei aktiven und passiven Direktinvestitionen mit etwas mehr als 100.000 EUR annähernd gleich hoch gewesen. Die Welle von Investitionen in die technologisch zumeist rückständigen Unternehmen Zentral- und Osteuropas hatte zunächst ein deutliches Absinken der nominellen Pro-Kopf-Umsätze – bei freilich entsprechend niedrigem Lohnniveau – auf nur 70 Tsd EUR zur Folge. Seit 1993 ist aber ein stetiger Anstieg zu beobachten und im Jahr 2000 wurde mit einem Wert von 112 Tsd EUR erstmals das Niveau von 1989 übertroffen. Der Umsatz pro Beschäftigtem in ausländischen Tochterunternehmen in Österreich belief sich im Jahr 2000 mittlerweile allerdings bereits auf mehr als 170.000 EUR. Ein Aufholprozess ist aber unverkennbar: In den Jahren 1995 bis 2000 ist die Arbeitsproduktivität der aktiven Direktinvestitionen in der Sachgütererzeugung mit 6,7% deutlich rascher gewachsen als jene der passiven (4% p. a.).

Beschäftigung
Im Jahr 1990 hatten die österreichischen Direktinvestoren im Inland 260.800 Personen beschäftigt; im Jahresdurchschnitt 2000 waren es mit 267.600 Personen annähernd gleich viele. Das bedeutet zwar nicht, dass es bei Direktinvestoren zu keinerlei Personalreduktionen gekommen wäre, ist doch die Anzahl der Investoren im Beobachtungszeitraum 1990 bis 2000 von 679 auf 917 gestiegen, es spricht aber zumindest gegen jene Hypothese, wonach die Schaffung von Arbeitsplätzen im Ausland in erster Linie zu Lasten der Inlandsbeschäftigung erfolge. Gegenüber 1999 ist die Zahl der investierenden Unternehmen um 15, die Zahl der dort Beschäftigten um 9.360 gestiegen. Von den Beschäftigten bei Investoren entfielen 150.000 auf Betriebe des produzierenden Bereichs und 117.600 auf die Dienstleistungsbranchen. Insgesamt entsprach dies etwa 8,5% der inländischen Gesamtbeschäftigten.

Im Jahr 2000 arbeiteten gleichzeitig 248.600 Beschäftigte in 2.227 österreichischen Tochterunternehmen im Ausland, was einem Wachstum von 25% gegenüber 1999 entspricht. Die Zahl der Beschäftigten in den österreichischen Direktinvestitionsunternehmen im Ausland hat sich damit zwischen 1990 und 2000 mehr als verfünffacht. Diese zusätzlichen Arbeitsplätze hätten in den meisten Fällen nicht in Österreich geschaffen werden können, da sie der Erschließung lokaler Märkte dienen, durch ihre Erträge tragen sie jedoch zur Sicherung der Arbeitsplätze in Österreich bei. Die Einbeziehung von Enkelunternehmen im Ausland würde die Zahl der Beschäftigten um weitere 56.500 oder rund 20% erhöhen. Mit einer Ausweitung von 128.900 auf 144.400 Beschäftigte im Jahr 2000 ist der produzierende Bereich deutlich weniger stark gewachsen als der Dienstleistungssektor (von 70.200 auf 104.200 Beschäftigte). Trotzdem entfallen nur 42% der Beschäftigten auf den Dienstleistungssektor, während diesem Sektor 70% des investierten Gesamtkapitals zuzurechnen sind. 

Vergleicht man Inlands- und Auslandsbeschäftigung österreichischer Direktinvestoren, so zeigt sich, dass in der Industrie im Jahr 2000 auf 100 Beschäftigte beim Investor bereits 96 Personen in direkt abhängigen Auslandstöchtern kommen. Der Sektor Dienstleistungen steht dem produzierenden Bereich nur mehr wenig nach: Auf 100 Beschäftigte beim Mutterunternehmen kommen 89 Angestellte im Ausland. Viel bescheidener nimmt sich das Ausmaß der Auslandsbeschäftigung aber aus, wenn man sie nicht nur zur Beschäftigung beim Investor, sondern zur gesamten inländischen Beschäftigung in Beziehung setzt. Auf 100 Beschäftigte in Österreich kommen 7,9 Personen, die im Ausland für österreichische Tochterunternehmen arbeiten (Anfang 1990 war es nur 1 Person). Dennoch gibt es Branchen, in denen die Auslandsbeschäftigung eine beachtliche Größe erreicht: In der Branche "Glas und Steinwaren" kommen auf 100 Inlandsbeschäftigte 41 Personen in ausländischen Töchtern, in der Chemiebranche (Chemie, Gummi, Kunststoff, Mineralöl) und in der Elektrobranche sind es 33. Sprunghaft angestiegen ist die Auslandsbeschäftigung im Bankensektor. Das intensive Engagement der österreichischen Finanzintermediäre in Zentral- und Osteuropa hat dazu geführt, dass auf 100 Inlandsbeschäftigte schon mehr als 31 Auslandsbeschäftigte kommen, was eine Verdreifachung gegenüber 1995 bedeutet.

Die regionale Verteilung der Auslandsbeschäftigten weicht erheblich von der Struktur des investierten Kapitals ab. Hinsichtlich des Beschäftigtenstandes ist Zentral- und Osteuropa schon seit längerem die wichtigste Region: Zum Jahreswechsel 2000/01 arbeiten 162.400 von 248.600 Auslandbeschäftigten in Zentral- und Osteuropa (davon 49.800 in der Tschechischen Republik, 48.500 in Ungarn, 20.900 in Polen und 16.000 in der Slowakischen Republik), während in der EU rund ein Viertel (57.600), und außerhalb Europas nur 10% der Beschäftigten zu finden sind. 

Im Jahr 2000 ist allerdings auch die Zahl der Österreicher, die für ausländisch beeinflusste Unternehmen arbeiten, relativ stark, nämlich um 10% bzw. 22.800 Personen, gestiegen. Laut Umfrage arbeiten anteilsgewichtet 251.200 Personen in Unternehmen, die unmittelbar unter ausländischem Einfluss stehen. Bei Einbeziehung indirekt in ausländischem Besitz befindlicher Unternehmen steigt diese Zahl um weitere 80.000 oder 30%. 

Besondere Bedeutung hatte im Jahr 2000 die Fusion der Bank Austria AG mit der HypoVereinsbank. Dementsprechend war der größte Zuwachs unter regionalen Gesichtspunkten bei Deutschland und unter Branchengesichtspunkten im Finanzsektor zu verzeichnen. Etwa die Hälfte des Beschäftigtenzuwachses entfiel auf deutsche Investoren, für die 127.700 Österreicher arbeiten, die Nettozunahme im Bankensektor betrug 8.200 oder 68%. Deutlich zugenommen hat die Zahl der ausländisch beeinflussten Arbeitsplätze aber auch im Handel (+4.900), in der Elektroindustrie (+3.300), dem Maschinenbau (+2.200) und in der Metallindustrie (+1.900). 

Bezogen auf die Gesamtzahl der Beschäftigten in Österreich bedeutet dies, dass rund 8% der Arbeitsplätze direkt ausländischen Investoren zugerechnet werden können. Im Produktionssektor sind es 13,3%, im Dienstleistungssektor 6,1%. Die Branche mit dem stärksten Auslandseinfluss ist der Bereich "Elektrotechnik, EDV, Optik" mit 40%  und die Chemieindustrie mit 30% der unselbstständig Erwerbstätigen in Betrieben mit Auslandseinfluss. Einen besonders niedrigen Auslandseinfluss gibt es im Bauwesen und auf dem Bergbau- und Energiesektor mit weniger als 2%. Unter den Dienstleistungssektoren spannt sich der Auslandseinfluss von 19% im Kredit- und Versicherungswesen über 14,6% im Handel bis zu 0,1% bei den öffentlichen und sonstigen privaten Dienstleistungen. 

Vergleicht man das Ausmaß der Auslandsbeschäftigung österreichischer Mütter mit der Zahl der unselbstständig Beschäftigten in Österreich, die für ausländische Unternehmen arbeiten, so kann man Branchen mit starker aktiver Verflechtung (Glas-, Steinwarenindustrie bzw. Kredit- und Versicherungswesen) und solche mit stark passiver Verflechtung (Maschinenbau, Fahrzeugindustrie, Elektroindustrie) identifizieren. Eher ausgeglichen, aber mit hoher Verflechtung sind die Textil-, die Nahrungsmittel- und die Chemieindustrie, während die öffentlichen und sonstigen Dienstleistungen bzw. das Beherbergungs- und Gaststättenwesen kaum von grenzüberschreitenden Beteiligungen bzw. daraus resultierenden Beschäftigungseffekten betroffen sind.



Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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