Bei der Präsentation des jüngsten World Investment Reports der UNCTAD im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank und der UNCTAD in Wien berichtete OeNB- Direktor Dr. Peter Zöllner, dass österreichische Investoren zum Jahreswechsel 2003/2004 erstmals seit Bestehen entsprechender Statistiken mehr Kapital in ausländische Beteiligungen investiert hatten als ausländische Investoren in Österreich. Dabei hob Direktor Zöllner hervor, dass es ein relativ fest umrissener Kreis von knapp 1.000 heimischen Unternehmen sei, die ihr Auslandsengagement beständig ausgeweitet hätten.
Dynamisch ist auch die Ostexpansion österreichischer Investoren verlaufen: Nachdem unmittelbar nach der Ostöffnung zunächst in Ungarn, bald darauf auch in der tschechischen Republik investiert worden sei, setzte zur Mitte der neunziger Jahre die Expansion in jenen Ländern ein, die mittlerweile Mitglieder der erweiterten EU geworden sind. Die große Bedeutung einer Beitrittsperspektive lasse sich auch daran ablesen, dass österreichische Firmen derzeit in den Kandidatenländern Rumänien, Bulgarien und Kroatien sehr aktiv seien. Mit der Übernahme der bulgarischen Mobiltel und der Mehrheitsbeteiligung der OMV an der rumänischen Petrom sei Österreich in diesen beiden Ländern mittlerweile zum wichtigsten bzw. zweitwichtigsten Auslandsinvestor aufgestiegen.
Entscheidend für die Beurteilung des verstärkten Auslandsengagements sei aber letztlich der wirtschaftliche Erfolg. Auch dazu konnte Direktor Zöllner Erfreuliches berichten: „Erstmals seit die Oesterreichische Nationalbank entsprechende Befragungen durchführt haben österreichische Unternehmen im Ausland mehr verdient als ausländische Unternehmen in Österreich.“ Mit einem Überschuss von 100 Millionen Euro sei der Betrag 2003 zwar noch relativ gering gewesen, verglichen mit einem jährlichen Mittelabfluss aus Direktinvestitionserträgen von bis zu einer Milliarde Euro netto in früheren Jahren, sei das Ergebnis aber beachtlich. „Ich rechne mit weiter wachsenden Einnahmen aus Direktinvestitionen“ sagte Direktor Zöllner und verwies dabei auf die mit dem Alter zunehmende Rentabilität österreichischer Direktinvestitionen.
Abschließend berichtete Direktor Zöllner erste Ergebnisse zur Entwicklung der Direktinvestitionen im Jahre 2005. Bis zur Jahresmitte seien 3,1 Mrd Euro neu herein und 2,8 Mrd Euro aus Österreich hinaus geflossen. „Die österreichische Wirtschaft nutzt die Chancen der Erweiterung und verdient damit gut “, meinte Zöllner abschließend.
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