Euro-Banknoten und -Münzen


Müssen 200- und 500-Euro-Banknoten angenommen werden?

Grundsätzlich besteht innerhalb des gesamten Euro-Währungsgebietes eine Annahme­verpflichtung für sämtliche Euro-Banknoten. Alle von der Oesterreichischen National­bank, der Europäischen Zentralbank (EZB) und von den nationalen Zentralbanken der anderen Euro-Länder ausgegebenen, auf Euro lautenden Banknoten sind gesetzliche Zahlungsmittel. Gemäß § 61 Nationalbankgesetz müssen die Euro-Banknoten zum Nennwert unbeschränkt angenommen werden. Damit wird für die Banknoten von € 5,− bis € 500,− eine grundsätzlich unbeschränkte Annahmeverpflichtung begründet. Daher steht der generelle Ausschluss der Annahme einzelner bestimmter Banknotenkategorien mit dem in § 61 NBG verankerten Grundsatz der unbeschränkten Annahmepflicht für Euro-Banknoten im Widerspruch.



Welche Kennbuchstaben der Seriennummern der Euro-Banknoten stehen für welches Land?

Jeder nationalen Zentralbank des Eurosystems wurde ein individueller Kennbuchstabe zugeteilt, der das erste Zeichen der Seriennummer auf allen Banknoten darstellt, die die nationale Zentralbank in Auftrag gegeben hat:



LandKennbuchstabe
BelgienZ
GriechenlandY
DeutschlandX
SpanienV
FrankreichU
IrlandT
ItalienS
Luxemburg*)
NiederlandeP
ÖsterreichN
PortugalM
FinnlandL
SlowenienH
ZypernG
MaltaF
SlowakeiE
EstlandD              

*) Neue, von der Banque centrale du Luxembourg ausgegebene Banknoten tragen derzeit den Kennbuchstaben der nationalen Zentralbanken jener Länder, in denen die Banknoten für Luxemburg hergestellt wurden.


Wer hat die Eurobanknoten entworfen?

Die Euro-Banknoten wurden von dem österreichischen Designer Robert Kalina, einem Mitarbeiter der Oesterreichischen Nationalbank, entworfen. Seinem Entwurf liegt das Thema „Zeitalter und Stile in Europa“ zu Grunde. Robert Kalina hat die Architekturstile aus sieben Epochen der europäischen Kulturgeschichte dargestellt: Klassik auf der 5-Euro-Banknote, Romanik auf der 10-Euro-Banknote, Gotik auf der 20-Euro-Banknote, Renaissance auf der 50-Euro-Banknote, Barock und Rokoko auf der 100-Euro-Banknote, Eisen und Glasarchitektur auf der 200-Euro-Banknote und moderne Architektur des 20. Jahrhunderts auf der 500-Euro-Banknote.

Fenster und Tore sind Hauptelemente auf der Vorderseite der Noten; Brücken auf der Rückseite. Diese Elemente stellen kein bestimmtes Bauwerk, sondern ein typisches Beispiel jeder Periode dar.



Wer hat den Entwurf ausgewählt und wann?

Der Rat des Europäischen Währungsinstitutes (EWI, Vorgänger der EZB) hat den Entwurf 1996 ausgewählt. Das EWI veranstaltete im Februar 1996 einen Gestaltungswettbewerb. Insgesamt 44 Entwürfe wurden eingereicht. Die Entwürfe wurden an einen Notar weitergeleitet, der jede Serie mit einer Nummer versah, um sie zu anonymisieren.

Im September 1996 beurteilte eine Jury aus vierzehn unabhängigen Experten aus den Bereichen Marketing, Werbung, Design und Kunst diese Entwürfe. Die Jury erstellte zwei Listen mit den in die engere Wahl gekommenen Entwürfen: eine Liste mit fünf Entwurfserien zum Thema „Zeitalter und Stile Europas“ und eine weitere Liste mit fünf Entwurfserien zum Thema „modern/abstrakt“.


Danach wurde das Institut Gallup Europe, das über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet europaweiter Meinungsforschung verfügt, beauftragt, eine Umfrage zur öffentlichen Akzeptanz der in die engere Wahl gekommenen Entwürfe durchzuführen. Rund 2000 Personen in ganz Europa nahmen an dieser Umfrage teil. Zwei Personengruppen – professionelle Bargeldverwender und Angehörige der breiten Öffentlichkeit – wurden anhand eines ausführlichen Fragebogens befragt und sahen sich alle zehn Entwurfserien an.

Auf Grundlage der von der Jury erteilten Ratschläge und der Ergebnisse der öffentlichen Befragung wählte der EWI-Rat im Dezember 1996 die Entwurfserie aus, die als Vorlage für das Design der Euro-Banknoten verwendet wurde.



Warum ist auf den Banknoten das Wort „Euro“ sowohl in griechischen, als auch in lateinischen Buchstaben geschrieben?

Der Name der Währung ist mit den Buchstaben des lateinischen und griechischen Alphabets geschrieben, weil beide Schreibweisen in der Europäischen Union gebräuchlich sind.



Welche Brücken und Gebäudeteile sind auf den Euro-Banknoten abgebildet?

Die Brücken (auf der Banknotenrückseite) sind nach einem für die jeweilige Epoche typischen Beispiel gestaltet und bilden keine bestimmten Bauwerke ab. Leicht erkennbare konkrete Brücken wären unweigerlich mit einem bestimmten Land in Verbindung gebracht worden. Die Brücken repräsentieren daher durch eine stilisierte Abbildung lediglich eine bestimmte Epoche in der europäischen Geschichte. Ähnlich aussehende Brücken sind in vielen Teilen Europas zu finden. Dies gilt auch für Fenster und Tore auf der Vorderseite der Banknoten.



Warum gibt es keine europäischen Persönlichkeiten oder bekannte Bauwerke auf den Euro-Banknoten?

Bekannte Bauwerke und berühmte Persönlichkeiten würden unweigerlich mit einem bestimmten Land in Verbindung gebracht werden.



Warum gibt es keine 1- oder 2-Euro-Banknoten?

Der Hintergrund für die Entscheidung ist, dass eine Harmonisierung der unterschiedlichen Standards der einzelnen EU-Länder angestrebt wurde. Darüber hinaus sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht bei kleinen Kategorien Münzen zu bevorzugen, da sie geringere Abnützung und damit eine längere Lebensdauer aufweisen.



Warum sind nicht alle Euro-Banknoten gleich groß?

Jede Stückelung hat eine andere Größe, um blinden und sehbehinderten Menschen die Unterscheidung zu erleichtern.



Sind die Euro-Münzen leicht mit den neuen türkischen Lira-Münzen zu verwechseln?

Am 1. Jänner 2005 hat die Türkei eine Währungsreform durchgeführt. Im Zuge dieser Währungsreform wurde auch eine Ein-Lira-Münze, die der Zwei-Euro-Münze ähnlich ist, eingeführt. Bei genauerer Betrachtung der beiden Münzen gibt es dennoch einige Unterschiede:

 

  • Eindeutigster Unterschied ist die Wertzahl – 1 TRY bzw. 2 EUR. Der Wert der Ein-Lira-Münze beträgt etwa 0,47 EUR (aktuellen Wechselkurs beachten).
  • Ein weiterer, erkennbarer Unterschied ist bei der Rändelung zu finden. Der Rand der Ein-Lira-Münze ist geriffelt, bei der Zwei-Euro-Münze gibt es eine Schriftprägung und einen fein geriffelten Rand.
  • Die Materialzusammensetzung der Ein-Lira-Münze ist nicht die gleiche wie bei der Zwei-Euro-Münze und zeigt daher abweichende elektrische Eigenschaften. Zusätzlich ist die Ein-Lira-Münze im Gegensatz zur Zwei-Euro-Münze nicht magnetisch.

 

Ähnlichkeiten gibt es bei der zweifarbigen Gestaltung (Bimetall-Ausführung), den Maßen und Gewichten der Münzen. Bimetall-Münzen gab es allerdings auch schon vor der Einführung des Euro, damit hat die Ein-Lira-Münze Ähnlichkeit mit vielen verschiedenen Währungen.

 

Die Sortiermaschinen der Oesterreichischen Nationalbank und ihrer Tochtergesellschaften erkennen die Münzen problemlos, auch die Hersteller und Aufsteller von Münzprüfgeräten wurden bereits im Jahr 2004 über die Daten der neuen türkischen Münzen informiert.

 

Wichtig ist, dass – genauso wie bei den Euro-Banknoten – beim Entgegennehmen der Münzen genau auf den Wert geachtet werden muss.