Die österreichischen Banken haben im ersten Quartal 2010 ihre Kreditrichtlinien gegenüber Unternehmen und privaten Haushalten erneut unverändert belassen; für das zweite Quartal 2010 erwarten sie eine leichte Lockerung der Kreditvergabepolitik für Firmen- und für Wohnbaukredite. Das zeigen die Ergebnisse der Umfrage über das Kreditgeschäft im April 2010, in der Kreditmanager führender Banken ihre Einschätzung zur Kreditentwicklung im ersten Quartal 2010 sowie einen Ausblick auf das zweite Quartal 2010 gaben.
Im Firmenkundengeschäft blieben die Kreditrichtlinien im ersten Quartal 2010 schon zum dritten Mal in Folge konstant. Für das laufende Quartal erwarten die befragten Banken erstmals eine leichte Lockerung der Kreditrichtlinien. Da die Kreditvergabekonditionen bis Mitte 2009 zwei Jahre hindurch kontinuierlich verschärft worden waren, dürften sie nach wie vor eher zurückhaltend sein (Kreditrichtlinien sind die internen Kriterien – sowohl die schriftlich festgelegten als auch die ungeschriebenen –, die bestimmen, welche Art von Krediten eine Bank als wünschenswert erachtet.).
Bei der Entwicklung der Kreditbedingungen zeichnete sich in der aktuellen Befragungsrunde sogar eine leichte Entspannung ab. Die Zinsspannen – für Kredite an Unternehmen mit durchschnittlicher Bonität ebenso wie für risikoreichere Kredite – wurden leicht verringert. Auch die anderen Bedingungen wurden entweder gelockert oder blieben, wie die Sicherheitenerfordernisse und die Kreditnebenkosten, konstant (unter Kreditbedingungen sind die speziellen Verpflichtungen zu verstehen, auf die sich Kreditgeber und Kreditnehmer geeinigt haben.).
Im Privatkundengeschäft haben die Banken ihre Kreditpolitik im ersten Quartal 2010 ebenfalls nicht verändert. Die Kreditrichtlinien blieben sowohl für Wohnbaufinanzierungen als auch für Konsumkredite stabil. Für das zweite Quartal 2010 erwarten die Banken leicht gelockerte Vergabekriterien für Wohnbaukredite und keine Änderungen bei den Konsumkrediten an private Haushalte.