Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die zuständigen österreichischen Behörden haben sich heute darauf verständigt, das Kursangebot am Joint Vienna Institute (JVI) künftig deutlich auszubauen.
In diesem Sinn unterzeichneten heute Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Andreas Schieder, Staatssekretär im österreichischen Finanzministerium, und Dominique Strauss-Kahn, Geschäftsführender Direktor des IWF, beim IWF in Washington (DC) ein neues Memorandum of Understanding zwischen Österreich und dem IWF.
Auf Basis des neuen Übereinkommens, das am 1. Juli 2010 in Kraft treten soll, wird das Kursangebot am JVI thematisch ausgeweitet und regional einem größeren Teilnehmerkreis zugänglich gemacht werden. Mit dem neuen Abkommen haben Österreich und der IWF ihre Absicht bekräftigt, das JVI auch weiterhin inhaltlich und finanziell unterstützen zu wollen. Österreich und der IWF reagieren mit diesem Schritt zugleich auf die steigende Nachfrage unter den Zielländern des JVI nach politikrelevanten Weiterbildungsmöglichkeiten. Darüber hinaus ist das Übereinkommen Ausdruck der Überzeugung, dass das JVI mit seinem Kursangebot maßgeblich zu den Bemühungen rund um den wirtschaftlichen Aufbau in den Ländern, an die sich das JVI richtet, beiträgt. Österreich ist mit diesen Ländern über intensive Handels- und Finanzbeziehungen verbunden, und auch der IWF engagiert sich in diesen Ländern aktiv – als wirtschaftspolitische Beratungsinstanz, mit technischer Kooperation beim Aufbau marktwirtschaftlicher Strukturen, und mit finanzieller Unterstützung. Dank des neuen Übereinkommens wird es dem JVI möglich sein, das Kursangebot einem geografisch breiter gestreuten Teilnehmerkreis zugänglich zu machen und sich damit international an vorderster Stelle bei politikrelevanten Makroökonomie- und Finanzkursen zu positionieren. Dominique Strauss-Kahn bedankte sich bei den österreichischen Vertretern für ihr weiteres Engagement und für den Ausbau der finanziellen Unterstützung des JVI.
Das JVI, das im Jahr 1992 gegründet wurde, ist ein Gemeinschaftsprojekt des IWF und Österreichs sowie einer Reihe anderer Kursanbieter und internationaler Organisationen. Am JVI können Teilnehmer aus Zentral, Ost- und Südosteuropa, den baltischen Staaten, Russland, der Ukraine, dem Kaukasus, Zentralasien und anderen asiatischen Staaten sowie aus anderen in Frage kommenden Ländern Kurse zu Wirtschafts- und Finanzthemen besuchen. Außerdem hat das JVI bereits eine Reihe von Treffen im Rahmen der sogenannten European Bank Coordination (Vienna) Initiative veranstaltet.