Nach dem massiven Einbruch im ersten Quartal 2009 wird sich die österreichische Konjunktur im weiteren Jahresverlauf langsam stabilisieren. Gemäß den aktuellen Ergebnissen des OeNB-Konjunkturindikators ist für das zweite Quartal 2009 noch mit einem Rückgang des realen BIP um 0,9% (saison- und arbeitstägig bereinigt, im Vergleich zum Vorquartal) zu rechnen. Im dritten Quartal 2009 wird die österreichische Wirtschaft dann nur mehr geringfügig schrumpfen (-0,3%). "In den letzten Monaten haben sich die Konjunkturaussichten tendenziell verbessert. Es wäre aber noch viel zu früh, daraus einen Aufschwung abzuleiten“, so OeNB-Gouverneur Nowotny zu den aktuellen Ergebnissen.
Presseaussendung
Österreichs Konjunktur stabilisiert sich auf tiefem Niveau
Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Juli 2009
Wien, 24. 7. 2009

Erstmals seit längerer Zeit haben sich in den vergangenen Wochen die Aussichten für die Weltwirtschaft aufgehellt. Waren es zunächst nur weiche Daten wie Vertrauensindikatoren und Umfragen, die diese Hoffnung geschürt haben, sind zuletzt auch erste „Hard Facts“ hinzugekommen. So ist die Industrieproduktion im Euroraum im Mai gegenüber April um 0,5% gewachsen. Positive Signale kommen auch aus den großen „Emerging Markets“ China und Indien. Erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise wurden auch wieder Wachstumsprognosen nach oben revidiert. So sind der IWF und die OECD betreffend die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft für 2010 aktuell etwas optimistischer als noch zuletzt.
Das starke Wachstum Österreichs in den der Krise vorhergehenden Jahren wurde in erster Linie von den Exporten getragen. Der globale und synchrone Konjunktureinbruch hat Österreich als kleine und offene Volkswirtschaft daher stark getroffen. Die wirtschaftliche Erholung ist deshalb ganz wesentlich von einer Belebung auf den österreichischen Exportmärkten abhängig. Hier zeigen die aktuellen Außenhandelsdaten ebenfalls eine gewisse Stabilisierung. Zwar sind in den ersten vier Monaten des Jahres die Güterexporte um fast 25% gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, im März und April ist das Exportvolumen im Vergleich zum jeweiligen Vormonat jedoch wieder geringfügig gestiegen. Für das gesamte zweite Quartal signalisiert die Entwicklung des LKW-Verkehrsaufkommens eine Fortsetzung dieses Trends. Die Exporte dürften sich auf – wenn auch sehr niedrigem – Niveau stabilisieren.
Zusätzlich gehen wichtige Impulse von den getroffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen aus. Die Steuerreform und die Konjunkturpakete, die im Jahresverlauf ihre volle Wirkung entfalten werden, sollten einem Einbruch des privaten Konsums entgegenwirken und gleichzeitig die Investitionstätigkeit stimulieren.
Der Abschwung hat freilich bereits tiefe Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen. Im Juni waren um 57.000 Arbeitslose mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres zu verzeichnen; die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ging um 62.000 zurück. Angesichts schwacher Wachstumsaussichten und der rückläufigen Zahl offener Stellen muss von einer weiteren Eintrübung der Lage am Arbeitsmarkt ausgegangen werden.
| 2007 | 2008 | 2009 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | Q1 | Q2 | Q3 |
| Veränderung zum Vorjahresquartal in % | ||||||||||
| 3,3 | 3,1 | 3,0 | 2,8 | 2,6 | 2,3 | 1,6 | 0,4 | −2,7 | −3,8 | −4,1 |
| Veränderung zum Vorquartal in % | ||||||||||
| 0,7 | 0,6 | 0,7 | 0,8 | 0,6 | 0,2 | 0,0 | −0,4 | −2,6 | −0,9 | −0,3 |
| Veränderung zum Vorjahr in % | ||||||||||
| 3,0 | 1,7 | |||||||||
| Quelle: OeNB − Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Juli 2009, EUROSTAT. | ||||||||||
Die nächste Veröffentlichung des OeNB-Konjunkturindikators ist fürOktober 2009vorgesehen.
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