Die österreichischen Banken verfolgten im dritten Quartal 2006 eine vorsichtige Kreditpolitik gegenüber Unternehmen und privaten Haushalten. Das zeigen die österreichischen Ergebnisse der Eurosystem-Umfrage über das Kreditgeschäft im Oktober 2006. Dabei werden Kreditmanager führender Banken um eine Einschätzung der Kreditentwicklung im abgelaufenen Vierteljahr sowie um einen Ausblick auf das laufende Quartal gebeten.
Im Firmenkundengeschäft wurden die Kreditrichtlinien für Großunternehmen im dritten Quartal 2006 per saldo leicht verschärft. (In den Kreditrichtlinien wird festgelegt, welche Art von Krediten eine Bank als wünschenswert erachtet.) Bei der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen war hingegen keine Änderung der Kreditvergabepolitik zu registrieren. Für das vierte Quartal 2006 wird keine Veränderung der Kreditpolitik erwartet.
Gleichzeitig setzte sich die – schon in früheren Befragungsrunden beobachtete – zunehmende Orientierung der Konditionen für Unternehmenskredite an Risikogesichtspunkten weiter fort: Während die Banken die Margen für Ausleihungen an Unternehmen durchschnittlicher Bonität reduzierten, wurden die Zinsaufschläge auf risikoreichere Kredite angehoben.
Die Kreditnachfrage der Unternehmen war im dritten Quartal 2006 stabil, auch für das vierte Quartal 2006 wird keine Änderung erwartet.
Im Privatkundengeschäft wurden angesichts einer ungünstigeren Einschätzung der Kreditwürdigkeit der privaten Haushalte die Kreditrichtlinien etwas verschärft und die Margen leicht angehoben. Für das vierte Quartal 2006 erwarten die Banken keine wesentliche Veränderung der Vergabekriterien für Privatkredite.
Die Kreditnachfrage der privaten Haushalte stieg im dritten Quartal 2006 leicht, wozu im Wesentlichen ein höheres Verbrauchervertrauen und höhere Konsumausgaben beitrugen. Für das laufende Quartal erwarteten die Banken eine Abschwächung der Privatkreditnachfrage.