Die österreichischen Güterexporte sind nach einem Minus von 1,7% (nominell, saison- und arbeitstägig bereinigt, im Vergleich zum Vorquartal) im vierten Quartal des Jahres 2011 zu Beginn des Jahres 2012 wieder stark gewachsen. Die Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten der ASFINAG basierenden OeNB-Exportindikators lassen für das erste Quartal 2012 ein Wachstum von knapp über 3% erwarten. Dieses starke Wachstum ist jedoch nur auf eine hohe Volatilität mit starken Ausschlägen in einzelnen Monaten zurückzuführen. Die zugrundeliegende Wachstumsdynamik der nominellen Güterexporte ist aktuell hingegen sehr moderat und durch eine Seitwärtsbewegung charakterisiert.
Für die beiden Prognosemonate März und April zeigt der OeNB-Exportindikator eine Stagnation der Güterexporte an. Nach einem Wachstum von 1,3% zum Vorquartal im März wird für den April ein Rückgang von 1,5% erwartet. Damit stagnieren die nominellen Güterexporte Österreichs de facto seit rund einem Jahr. Dies führt dazu, dass die Jahreswachstumsrate im März erstmals seit Ende 2009 wieder negativ sein könnte. Unter Berücksichtigung des Umstands, dass der März 2012 einen Arbeitstag weniger als der März des Vorjahres aufzuweisen hat, wird sogar ein Rückgang von knapp 4% prognostiziert. Im April dreht das Jahreswachstum wieder ins Plus.
Die fehlende Exportdynamik geht weiterhin vor allem auf die schwache Performance der Ausfuhren in krisengeschüttelte Absatzmärkte wie Italien, Spanien oder Kroatien zurück. Die Exporte nach Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner Österreichs, entwickeln sich hingegen dynamisch.