Alpha-Faktor
Faktor im Basisindikatoransatz zur Ermittlung des Eigenkapitals für das Operationale Risiko. Er gibt jenen Prozentsatz der gesamten Bruttoerträge an, der betragsmäßig als Eigenmittel für das Operationale Risiko zu unterlegen ist.
Asset Securitization (Asset Backed Securities)
Siehe Verbriefung von Forderungen.
Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozeß
(Supervisory Review Process) Die zweite Säule des Neuen Basler Akkords neben Mindestkapitalanforderungen und Marktdisziplin. Der bankaufsichtliche Überprüfungsprozess stellt einen ergänzenden, stark qualitativen Aspekt der Beaufsichtigung mit möglichst intensivem Kontakt zwischen Aufsicht und Banken dar.
Bankrisiken
Risiken, mit denen das Betreiben von Bankgeschäften verbunden ist. Nach dem Verständnis von Basel II zählen dazu das Kreditrisiko, das Marktrisiko und das Operationale Risiko, für die Eigenmittel zu unterlegen sind, und die ’sonstigen Risiken’, zu denen etwa strategisches – oder Reputationsrisiko zu rechnen sind und für die kein Eigenmittelerfordernis besteht.
Bankwesengesetz (BWG)
Das Bundesgesetz über das Bankwesen, kurz BWG, gehört zur gesetzlichen Basis, auf deren Grundlage österreichische Kredit- und Finanzinstitute ihre Bankgeschäfte betreiben. Es schafft wichtige Begriffsbestimmungen, regelt Konzession, Niederlassung und aufsichtliche Agenden, beinhaltet die Ordnungsnormen des Bankgeschäfts, Verbraucherbestimmungen, das Bankgeheimnis und vieles mehr. Das BWG wurde – neben anderen Gesetzen – mit Inkrafttreten des Finanzmarktaufsichtsgesetzes (FMAG Art. II) am 1. April 2002 zuletzt umfangreich verändert.
Basisindikatoransatz
Einfachster Ansatz zur Berechnung des Eigenmittelerfordernisses aus dem Titel des Operationalen Risikos. Ein bestimmter Prozentsatz (Faktor Alpha) eines Indikators (hier der Bruttoerträge) wird als Eigenmittel festgesetzt.
Basler Ausschuss für Bankenaufsicht
(Basel Comittee on Banking Supervision). Konferenz, die 1975 von den Präsidenten der Zentralbanken der G10-Staaten (die 10 führenden Industrienationen der Welt) gegründet wurde und nunmehr aus Vertretern der Zentralbanken bzw. Bankaufsichtsbehörden von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Schweden, Schweiz, Spanien, USA und Großbritannien besteht. Sein Name leitet sich vom ständigen Sekretariat des Ausschusses im schweizerischen Basel ab, welches sich bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) befindet, wo der Ausschuss auch in der Regel alle drei Monate zusammentritt.
Beta-Faktoren
Acht Faktoren, die im sog. Standard- oder Geschäftsfeldansatz zur Ermittlung des Eigenkapitals für das Operationale Risiko verwendet werden. Sie geben jenen Prozentsatz der Bruttoerträge eines Geschäftsfeldes an, der für ebendieses Geschäftsfeld betragsmäßig als Eigenmittel für das Operationale Risiko zu unterlegen ist.
Bonität
(*lat. bonitas = Güte) Kreditwürdigkeit eines Kunden, d. h. eine Einschätzung seiner (Rück-)Zahlungsfähigkeit. Unter dem Neuen Basler Akkord wird die bankinterne Bonitätsbeurteilung nach dem Vorbild externer Ratingagenturen (siehe Rating)anerkannt werden (IRB-Ansätze).
Bruttoerträge
einer Bank sind nach Basler Definition Zinserträge + zinsunabhänige Erträge (Einkünfte abzüglich Aufwendungen aus Gebühren und Provisionen; Nettoergebnis aus Finanzgeschäften; sonstige ordentliche Erträge). Nicht enthalten sind außerordentliche oder außerplanmäßige Posten. Einkünfte sind vor dem Abzug operationaler Verluste anzugeben.
Default
(*engl. Mangel, Säumnis) Ausfall eines Kreditnehmers. Mit dem Default geht zunächst der nominelle Verlust vor Einbringung, d. h. in der Höhe des aushaftenden Kreditbetrages, einher, der sich nach Ausschöpfung aller Einbringungsmöglichkeiten zum eigentlichen Verlust (loss) reduziert.
Fachbegriffe
Alles auf einen Blick
A–D
E–H
Eigenmittel(erfordernis)
Eigenmittel sind das eigene Kapital einer Bank im Gegensatz zum fremden Kapital ihrer Einleger. Nicht alle Eigenmittel einer Bank sind gleich gut zur Unterlegung geeignet, man unterscheidet sog. Ränge (engl. tiers), mindestens die Hälfte der gesamten anrechenbaren Eigenmittel müssen als Eigenkapital ersten Ranges (Tier 1) vorliegen.
(Loss) Event
(*engl. [Verlust-]Ereignis) Vorfall aus dem Bereich des operationalen Risikos, der einen Verlust für die Bank nach sich zieht. Im Neuen Basler Akkord sind explizit sieben typische Ursachen für operationale Verluste (samt ihren Untergruppen) aufgeführt: Betrug von innen; Betrug von außen; Anstellungspraktiken und Arbeitsplatzsicherheit; Klienten, Produkte und Geschäftspraktiken; Schäden am physi-schen Besitz; Geschäftsunterbrechung und Systemversagen; Ausführung, Lieferung und Prozessmanagement.
Floor
(*engl. [Fuß-]boden) regulatorische Untergrenze für fortgeschrittene Ansätze beim Operationalen und Kreditrisiko, die sich als Prozentsatz des bisherigen Eigenmittelerfordernisses ergibt, nämlich als 90% im ersten und 80% im zweiten Jahr nach Inkrafttreten der neuen Eigenmittelvorschriften. Der Floor soll verhindern, dass die unterlegten Eigenmittel nach der Einführung von Basel II zunächst zu stark abfallen.
Fortgeschrittene Bemessungsansätze
(Advanced Measurement Approaches, AMAs) Diese ‚Königsklasse’ bei der Bestimmung der Eigenmittel für das Operationale Risiko sieht eine Reihe von modellhaften, bankinternen Messverfahren vor. Vom Basler Ausschuss wurden exemplarisch Interne Bemessungsansätze, Verlustverteilungsansätze und Wertungslistenansätze genannt, dabei wird jedoch explizit betont, dass von den Banken auch dazu alternative Ansätze entwickelt werden mögen, unter Verwendung eigener Methodologien oder durch Kombination verschiedener Elemente der bekannten Ansätze. Für AMAs wird es jedenfalls strenge qualitative und quantitative Zulassungskriterien geben.
G10
(Abkürzung für Group of Ten, „Zehnergruppe“, „The Paris Club“) bezeichnet das 1962 gegründete Forum der zehn führenden Industrienationen der Welt, mit dem Zweck, über die GAB (general agreements to borrow) beim Weltwährungsfonds zusätzliche Kredite zur Verfügung zu stellen. Die Gründungsmitglieder der G10 sind die USA, Japan, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Kanada, Belgien, Niederlande, Schweden; die Schweiz ist seit 1983 elftes Mitglied – der Name G10 blieb jedoch.
Geschäftsfeldansatz
andere Bezeichnung für den Standardansatz beim Operationalen Risiko.
Granularität
Körnigkeit, ein Maß für die Anzahl und Höhe der einzelnen Forderungen im Verhältnis zum Gesamtvolumen eines Kreditportfolios.
Haircut
Siehe unter Sicherheitsmargensatz.
I–L
Indikator
Kenngröße oder Maßzahl zur Bestimmung eines etwaig vorhandenen Risikos dient
Interne Bemessungsansätze
Ansätze zur Bestimmung des Eigenmittelerfordernisses für das Operationale Risiko aus der Riege der Fortgeschrittenen Bemessungsansätze. Sie arbeiten mit bankeigenen operationalen Verlustdaten (evtl. extern ergänzt), die in Form einer Matrix Verlustereignis/Geschäftsbereich vorliegen. Für jede dieser Kombinationen muss eine Ereigniswahrscheinlichkeit und ein möglicher Verlust bei Eintreten des Ereignisses bestimmt werden.
IRB-Ansatz
(Internal Ratings Based Approach), Ansatz zur Berechnung des Eigenmittelerfordernis für das Kreditrisiko, bei dem – wie der englische Name bereits sagt – die Risikogewichte der Kredite auf bankeigenen Bonitätseinstufungen beruhen. Werden die Ausfallwahrscheinlichkeiten je Ratingklasse und Kreditnehmer durch die Bank berechnet, alle anderen Risikoparameter aber durch die Aufsicht festgelegt, so spricht man vom IRB-Basisansatz. Darf die Bank auch weitere, intern von ihr bestimmte Risikoparameter den LGD, eine Laufzeitgewichtung oder Sicherheiten berücksichtigen, so handelt es sich um einen fortgeschrittenen IRB-Ansatz.
Kalibrierung
Festlegung der diversen im Akkord vorkommenden Faktoren (z. B. die Alphas und Betas des Operationalen Risikos), sodass sich ein gewünschtes Ausmaß der Eigenmittelunterlegung ergibt bzw. auch garantiert ist. Während der Konsultationsphase stehen diese Werte, teilweise auch der Modus ihrer Bestimmung noch nicht endgültig fest.
Kapitaladäquanz
Angemessenheit des Verhältnisses von Eigenkapital einer Bank zu den vorhandenen Risiken.
Konsolidierung
Bei der Risikobetrachtung die Bestimmung des Risikos einer Bank auf Konzernebene.
Kreditrisiko
(engl. Credit Risk) das mit dem Verleihen von Geld verbundene Risiko des Gläubigers, nämlich dass die Gegenpartei (der Kreditnehmer) ausfällt, d. h. rückzahlungsunfähig wird. Dieser sog. Default kann für den Gläubiger zum teilweisen (wenn eine Einbringungsmöglichkeit besteht) oder völligen Verlust (eigentlicher loss) der Kreditsumme führen.
LGD
Siehe unter Loss Given Default.
Loss Given Default
(engl. Verlust bei Ausfall) Beim Kreditrisiko die Höhe des Verlustes, mit dem bei Ausfall (Default) des Kreditnehmers zu rechnen ist – gemeint ist aber nicht der Einzelwert, sondern ein durchschnittlicher (und deshalb erwarteter) Verlust für die Bank innerhalb eines gewissen Beobachtungszeitraumes.
Loss Given Event
(engl. Verlust bei Risikoereignis) Beim Operationalen Risiko die Höhe eines potentiellen Verlustes beim Eintritt eines operationalen Verlustereignisses.
M–P
Marktdisziplin
(engl. Market Discipline) Schlagwort, das die „dritte Säule“ des Neuen Basler Akkords beschreibt. Damit ist gemeint, dass infolge der erweiterten Offenlegungsvorschriften für Banken stets ausreichend Information für alle Marktteilnehmer verfügbar sein soll, sodass sich die Kräfte des Marktes unverzerrt entfalten können.
Marktrisiko
(engl. Market Risk) Gefahr, dass bestehende Aktiva aufgrund einer negativen Marktentwicklung (Zinssätze, Aktien- und Wechselkurse, Gold- und Rohstoffpreise) an Wert verlieren und für den Risikoträger ein Verlust (im Vergleich zum investierten Kaufpreis) entsteht.
Mindestkapitalanforderungen
(engl. Minimum Regulatory Capital) Erste Säule des Neuen Basler Akkords (neben dem Bankaufsichtlichen Überprüfungsprozess und der Marktdisziplin), in der festgelegt wird, wie viel Eigenmittel für die Kategorien Kreditrisiko, Marktrisiko und Operationales Risiko gehalten werden müssen.
Offenlegung
(engl. Disclosure) Im Sinne des Neuen Basler Akkords jene Vorschriften, die die Veröffentlichung verschiedenster Geschäfts- und Risikoparameter einer Bank regeln werden, mit dem Ziel, durch die Transparenz für alle Marktteilnehmer den Kräften des Marktes zur Entfaltung zu verhelfen (Marktdisziplin).
Operationales Risiko (OpRisk)
(engl. Operational Risk, auch: Operationelles Risiko) Nach der an einem breiten Industriestandard orientierten, auf vier Ursachen begründeten Definition des Basler Ausschusses ist das Operationale Risiko die Gefahr von Verlusten als Folge der Unangemessenheit bzw. des Versagens von Mitarbeitern, internen Prozessen oder Systemen sowie aufgrund externer Ereignisse. Die frühere, pragmatische Definition verstand unter dem Operationalen Risiko das, was nach Erfassung von Markt- und Kreditrisiken übrig blieb, trotzdem waren Operationale Risiken schon bisher durch die Kapitalpolster letzterer Risikokategorien mit abgedeckt. Um eine bessere Identifizierung und Steuerung anzuregen, wurden sie nun im Neuen Basler Akkord aber explizit in eine ‚neue’ Risikokategorie zusammengeführt.
One-Size-Fits-All
(engl. eine Größe die allen passt) Launige Bezeichnung für die Vorgangsweise des Basler Akkords von 1988, alle Kreditinstitute ungeachtet ihrer Größe und Struktur gleich zu behandeln. Im Neuen Basler Akkord wurde dieser Weg durch ein Spektrum von Ansätzen und Optionen ersetzt, aus dem die Banken abhängig von ihrer Geschäftsstruktur und der Qualität ihres Risikomanagements wählen können. Damit soll die Motivation für Banken bestehen, ihre Risikomanagementfähigkeiten fortwährend zu verbessern, um risikosensitivere Ansätze ausnützen und ihr Eigenkapitalerfordernis genauer bestimmen zu können.
Partial Use
(engl. teilweise Benützung) Die Verwendung von unterschiedlichen Ansätzen zur Bestimmung des Eigenmittelerfordernisses in organisatorischen, lokalen oder sonstwie geschäftsmäßig definierten Teilbereichen einer Bank, wenn eine einheitliche Umsetzung nicht oder noch nicht sinnvoll möglich ist.
Probability of Default
(engl. Ausfallswahrscheinlichkeit) Wahrscheinlichkeit für den Ausfall eines Kreditnehmers (Parameter bei IRB-Ansätzen zum Kreditrisiko).
Probability of Event
(engl. Wahrscheinlichkeit des Eintretens) Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines operationalen Verlustereignisses (Parameter bei Internen Bemessungsansätzen zum Operationalen Risiko).
Q–T
QIS
(Quantitative Impact Study, Quantitative Auswirkungsstudie). Internationale Erhebung des Basler Ausschusses unter Banken mit dem Ziel, die konkreten Auswirkungen der neuen Eigenkapitalregeln auf die Kapitalanforderungen der Banken abzuschätzen.
Rating
(*engl. Einschätzung, Bewertung) Beurteilung der Bonität eines Unternehmens auf Basis standardisierter qualitativer und quantitativer Kriterien. Das Ergebnis des Ratingprozesses ist Grundlage zur Feststellung der Ausfallswahrscheinlichkeit, die wiederum in die Berechnung des Eigenmittelerfordernisses für das Kreditrisiko einfließt. Internes Rating erfolgt durch die Bank selbst, externes Rating durch eine Ratingagentur (z. B. Standard&Poor’s oder Moody’s), bei Staaten auch durch die Exportkreditversicherungsagenturen der OECD.
Risiko
Eigentlich ein Begriff aus dem Seeversicherungswesen des ausgehenden Mittelalters, denn ital. rischio, span. risco bedeutet „Klippe“, also eine potentielle Gefahr. Der Begriff übertrug sich allgemein auf die Gefahren bzw. die bei misslichem Ausgang ungewisser Handelsgeschäfte drohenden Schäden (gegenüber den bei glücklichem Ausgang winkenden Gewinnen). Im modernen finanziellen Sinne wird darunter die Gefahr (d. h. das mehr oder weniger wahrscheinliche Eintreten) eines Verlustes verstanden, sei es als Preis für die Möglichkeit, einen Gewinn zu erwirtschaften (Markt- und Kreditrisiko) oder als dem Betreiben des Geschäfts an sich innewohnende (operationale) Risikokomponente. In beiden Fällen geht echte Gefahr nur von unbewusst eingegangenen und/oder schlecht gemanagten Risiken aus (siehe Risikomanagement).
Risikomanagement
Laufender Prozess der Evidenthaltung und des verantwortungsvollen Umgangs mit vorhandenen Risiken aller Kategorien (Marktrisiken, Kreditrisiken, Operationale Risiken).
Risikominderung
(Risikomindernde Verfahren, Risk Mitigation, lat. mitigare= aufweichen, lindern) Beim Kreditrisiko eine Reihe von Methoden, mit deren Hilfe eine Bank sich teilweise gegen die Rückzahlungsunfähigkeit eines Kreditnehmers schützen kann, beispielsweise durch Hereinnahme von Garantien oder Sicherheiten oder durch den Erwerb von Sicherungsinstrumenten.
Beim Operationalen Risiko, das sich ja nur bis zu einem gewissen Grad ‚vermindern‘ lässt, ist hier die entgeltliche Übertragung von Risiken auf Dritte, etwa auf Versicherungen oder Outsourcing-Anbieter gemeint. Bankaufsichtlich steht dabei im Vordergrund, dass ein vorhandenes Risiko durch eine solche Maßnahme nicht nur scheinbar, sondern effektiv übertragen wird, d. h. dass im Schadensfall die Leistung einer Versicherung ausreichend schnell zur Verfügung steht oder Verträge mit Bankexternen rechtlich entsprechend ausgestaltet sind.
Risikoprofil
relatives Gewicht der verschiedenen Bankrisiken, denen ein Institut ausgesetzt ist. Das Risikoprofil einer Bank sagt aus, wie die Risiken der Bank, also letztlich auch die geschäftlichen Schwerpunkte verteilt sind.
Risikosensitivität
(Risikoempfindlichkeit, Risikogerechtigkeit) Eigenschaft eines effektiven Risikomanagements, dass die Steuerungsmechanismen sich möglichst an den tatsächlich vorhandenen Risiken orientieren. Vom aufsichtlichen Standpunkt ist damit auch gemeint, dass die Eigenmittelerfordernisse möglichst genau den tatsächlich zugrunde liegenden Risiken entsprechen sollen.
Säulenmodell
Modell der Neuen Basler Eigenmittelvorschriften als Tragwerk dreier einander gegenseitig verstärkender Säulen: Mindestkapitalanforderungen (als wesentliche Verfeinerung der Vorschriften von 1988), Aufsichtliches Überprüfungsverfahren der Kapitaladäquanz und der Prozesse ihrer Bestimmung sowie Marktdisziplin, d. h. die Förderung vernünftiger und sicherer Bankpraktiken durch Offenlegungsvorschriften.
Scorecard Approaches
Siehe unter Wertungslistenansätze.
Securitization
Siehe Verbriefung.
Sicherheitsmargensatz
(engl. haircut) Abschlag in Prozent, um welchen der anrechenbare Wert einer Sicherheit standardmäßig vermindert wird, um mögliche Wertveränderungen zu berücksichtigen.
Sound Practices
(engl. Solide Praktiken, also in etwa: guter Ton) Leitfäden des Basler Ausschusses zu verschiedenen aufsichtlichen- und Risikoaspekten. Beim Operationalen Risiko sind z. B. die Sound Practices for the Management and Supervision of Operational Risk, „vernünftige Verfahrensweisen für Management und Aufsicht Operationaler Risiken“ gemeint, vom Basler Ausschuss in Form von 10 Prinzipien veröffentlichte allgemeine Richtlinie, wie Banken und Bankenaufsicht im Umgang mit Operationalen Risiken zu verfahren haben. Diese Sound Practices werden auch eine Rolle als Zulassungskriterien für höherwertige Ansätze zum Operationalen Risiko spielen.
Standardansatz
Berechnungsmodus zur Ermittlung des Eigenmittelerfordernisses einer Bank für das Kreditrisiko oder das Operationale Risiko.
Supervisory Review
Siehe unter Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess.
U–Z
Value at Risk (VaR)
(*engl. etwa: auf dem Spiel stehender Wert) jener auf statistischer Basis bestimmte Geldbetrag, mit dessen Verlust über eine gewisse Zeitspanne (z. B. ein Jahr) und bei gegebenem Konfidenzniveau (z. B. 99,9 %) maximal zu rechnen ist. Im gegebenen Beispiel wäre die Wahrscheinlichkeit für einen Verlust binnen Jahresfrist, der größer als der VaR ausfällt, nur 0,1 %.
Verbriefung von Forderungen
(asset securitization) Form des Risikotransfers von Kredit- oder anderen Forderungen, bei dem diese in ein eigens gegründetes Unternehmen eingebracht werden, das zur Refinanzierung Wertpapiere am Kapitalmarkt emittiert, deren Rückzahlung an die Bedienung des erworbenen Forderungsbestandes geknüpft ist (traditionelle Verbriefung). Bei synthetischen Verbriefungen wird hingegen nicht der Forderungsbestand verkauft, sondern das enthaltene Kreditrisiko mit Hilfe von Kreditderivaten übertragen und damit eine ‚synthetische’ Gegenposition (Hedge) begründet.
Verlustverteilungsansätze
(Loss Distribution Approaches, LDA) Gattung von Ansätzen unter den möglichen fortgeschrittenen Bemessungsansätzen für das Operationale Risiko, bei denen je Geschäftsbereich und Ereignistyp die Verteilung der Verluste aus den Ereignissen sowie die Verteilung der Ereignishäufigkeit bestimmt werden muss.
Wertungslistenansätze
(Scorecard Approaches) stehen für den stark qualitativ orientierten Weg unter den möglichen fortgeschrittenen Bemessungsansätzen für das Operationale Risiko. Sie arbeiten mit einer (quantitativen) Ausgangsbasis (dem initial capital), das durch qualitative Einschätzungen auf Basis von Fragen oder bestimmten Indikatoren verändert wird.
- Weiterempfehlen
- This page in English